Es gibt den Schlesischen Aphorismus: “Des Gärtners Hund frißt keinen Kohl, und will doch die beißen, die ihn abbrechen.” – Manche Menschen behandeln ihre Ex-Partner auch so, oder so ähnlich … und sind leider ziemlich neidisch auf die Neue …

Ich steh halt nicht auf die “Netten”

Nach einem turbulentem Jahr hatte ich die Schnauze voll von Männern. Ja, klar gibt es auch nette Männer. Aber ich habe anscheinend kein Händchen für Solche. Oder besser gesagt wollte ich sie nicht. Gerade hatte ich eineinhalb Monate mit einem Mann verbracht über den man nicht mehr als “nett” sagen konnte. Es hat sich angefühlt wie eingeschlafene Füße. Der Beschluss stand fest, ich musste es beenden bevor er sich noch mehr in mich verliebt. Aber das ist nun wieder eine andere Geschichte …

An einem sonnigen Herbsttag saß ich vollgeladen mit Arbeit an meinem Schreibtisch und befürchtete die Sonne wieder ein mal nur durchs Fenster sehen zu können. Mein Mailprogramm machte “Ping” und ich öffnete eine Einladung zu einem Wirtschaftsforum. Zwei Tage Networken und über innovatives und nachhaltiges Unternehmertum philosophieren wäre eine nette Abwechslung. Wieso denn nicht?

Ich betrat ganz in schwarz gekleidet, unterbewusst dem Klischee meiner Branche entsprechend, die Wirtschaftskammer. Der charmante Veranstalter, den ich vorher noch nie außerhalb des Internets gesehen hatte begrüßte mich mit Bussi-rechts-Bussi-links. Irritierend. Egal.

Der Tag verflog und ich lernte viele interessante Menschen kennen. Abends ging es dann auf ein Bier. Ich unterhielt mich gerade mit zwei Mädls aus Innsbruck da stellte sich ein attraktiver Mann im Anzug zu uns. Ich nutzte die Gesprächsunterbrechung und trat vor die Tür um meine Lunge mit Nikotin zu füllen. Es wurde langsam spät und ich schnappte meine Jacke um mich zu verabschieden. “Auf eines musst du noch mitkommen!” Ich bin ja leider so schwer zu überreden …
Wir spazierten gemütlich durch die angenehm warme Herbstnacht und plauderten in der Gruppe. Der attraktive Mann im Anzug zeigte Interesse an meiner Herkunft. Ganz fesch fand ich ihn. Im Club ergriff ich die Chance als er Bier holen ging und bot ihm meine Hilfe an. Wir plauderten kurz an der Bar und recht schnell viel die Frage nach meinem Alter.

Na dass waren ja gute Aussichten!

Er hielt mich für Anfang zwanzig und eine Deutsche. Ich weiß dass ich jung aussehe, aber Anfang zwanzig? Das ist kein Kompliment mehr. Schon garnicht wenn man Unternehmer ist und ernst genommen werden muss. Und Deutsche? Ja ich spreche nach der Schrift. Aber mein kantiges Gesicht schreit doch nach “Osten” … Egal.

Ich kratze an der 30, bin eine selbstbewusst und wo ich herkomme ist ja wirklich nicht relevant. Es sollte nicht relevant sein.

Wir brachten die Bier zum Tisch und ich beschloss mich in eine der Raucherkammern zu begeben. In diesem Club standen alte Skilifte mit überdimensionierten Luftabzügen. Kleine, dunkle Séparées von denen man von außen nur erahnen konnte was drinnen vor sich ging. Der attraktive Mann im Anzug fragte höflich ob er sich anschließen dürfte und ich ihm eine Zigarette schenken würde.

*Namen, Orte und Daten verändert.

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Teil 2 …

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