Die Wochen vergingen. Er wurde immer anhänglicher, übernachtete aber nie bei mir. Eines Abends als wir in einem seiner geliebten International Pubs saßen, schaute er mir in die Augen sprach er das Thema an. Ich muss mich einer Anti-Terror-Prüfung unterziehen lassen damit er über Nacht bleiben darf. Was soll denn schon passieren? Ich bezweifelte sehr dass von meiner Polnischen Oma Terrorgefahr ausgehen könnte …

Beim nächsten Treffen drückte er mir einen dicken Packen Formulare in die Hand und meinte ich solle das in Ruhe machen.

Ich musste beim ausfüllen ziemlich lachen. Ich konnte einen großen Teil der fragen garnicht beantworten. Woher um Himmels Willen soll ich wissen wie mein leiblicher Vater mit zweitem Vornamen heißt, den hatte ich damals 10 Jahre lang nicht gesehen. Ich füllte alles nach bestem Wissen und Gewissen aus und hoffte dass es ausreicht auch wenn viel leer bleibt.

Zu meiner Verwunderung wurde mein Antrag schnell genehmigt, und einem, soweit es möglich war, normalem Pärchen-Dasein stand nichts im Weg.

Weitere Wochen zogen ins Land. Wir stritten nie. Wir hatten immer Spaß rund um die Uhr. Bis eines Tages etwas angesprochen wurde woran ich bisher nicht gedacht hatte. Eines Tages muss er zurück. Zurück nachhause. Nach Amerika. Ganz weit weg von mir …

Ab dem Moment was das Thema immer present. Egal ob wir alleine oder mit Freunden unterwegs waren. Seine Abreise in 6 Monaten war ein Thema. Von zwei seiner Kollegen in der Botschaft würde ich sogar mal gefragt ob ich ihm heiraten würde damit er bleiben kann … Ich musste immer wieder an die Frau denken im amerikanischen Wohnheim. Sie war betrunken und sichtlich frustriert. Sie sagte mir ich solle weglaufen. Ich solle ihn ja nicht heiraten. Wenn ich das tue dann bleibt er da. Er wird aber für immer Soldat bleiben. Seine Kollegen werden alle nach der Zeit, die sie sich verpflichtet haben gehen und er wird bleiben. Und er wird unglücklich sein und allein …

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