Der 1960er Armlehnstuhl meiner Kindheit und Zukunft

Ist euch eigentlich schon aufgefallen dass donnerstags jetzt so gut wie immer etwas zum Thema Wohnen kommt? Tja. Das hat nicht nur mit meinem Umzug zu tun. Nein, es hat hauptsächlich mit all den schönen, anstrengenden, langwierigen, herausfordernden und mich sehr erfreuenden neuen Projekten zu tun die mit unter auch nur auf Grund meiner neuen Wohnsituation möglich sind.

Eines dieser spanenden Projekte möchte ich euch heute vorstellen. Bei meinen Großeltern in Polen standen im Kinderzimmer einige alte Möbel rum. Besonders geliebt habe ich den 1960er Armlehnstuhl. Er war bequem, ästhetisch und immer für mich da. Das klingt zwar etwas abgedreht aber er war nicht nur in diesem Raum, er war an meinem Leben beteiligt.

Auf ihn weinte ich wenn ich schlimm war und ins Zimmer geschickt wurde. Auf ihm lernte ich rechnen. Schrieb meine ersten schwärmerischen Tagebucheinträge. “Oh Julius, wo bist du nur? Kommst du zu mir zurück wenn der Sessel wieder bei mir ist? … ” Auf ihm las ich meine ersten Seiten Harry Potter, die mein Leben verändert haben. Auf ihm rollte ich heimlich meine ersten Zigaretten. Ja, wir haben gewutzelt … Auf ihm beweinte ich verstorbene Verwandte und erfreute mich an Feiertagen und Geburtstagen.

Nun stand er, mein geliebter Armlehnstuhl, 640km weit weg bei meiner Oma und keiner beachtetet ihn. Bis meine Mama irgendwann einfiel welch komischen Bezug ich zu diesem alten Ding habe. Sie stellte fest dass 60er ja wieder “in” sind – welch ein Glück sonst hätte sie ihn als Trendbewusste Frau noch weggeworfen – und brachte ihn mir einfach nach Wien mit.

Mein Armlehnstuhl

Jetzt steht er da, gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder und wartet auf eine Runderneuerung. Und diese wird auf jeden Fall kommen, denn ich hatte ganz vergessen wie abgenutzt er schon ist. Man muss dann auch zugeben, seit den 60er sind ein Paar Tage vergangen … 2 Kinder und 4 Enkelkinder sind darauf aufgewachsen, geklettert und gehüpft …

Als erstes werde ich sie vollkommen auseinenderschrauben, abschleifen und neu lackieren. Ich habe beschlossen auf die dunkle Beize zu verzichten und stattdessen einen matten Klarlack zu nehmen. Wieso? Weil die original Holzfarbe so wunderschön ist dass es eine verschwendung wäre. Die Flaschengrünen Bezüge kommen runter, die Sitze werden neu ausgepolstert und bekommen gelbe Bezüge. Wieso Gelb? 3 mal dürft ihr raten ^^

Und wer von euch zu faul ist sich so ein altes Stück von seiner Oma oder Urstrumpf-Tante zu holen und selbst zu restaurieren, für den habe ich einen Tipp! Schaut auf Ladenzeile.at vorbei. Hier habe ich einen Armlehnstuhl gefunden der so aus sieht wie es meine erst in ein paar Wochen tun werden.

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