Der Südländer Teil II

Oh. Den hatte ich ja ganz vergessen! Tja, Wien ist klein. Manchmal viel zu klein … Aber manchmal hat auch das seine Vorteile. Wir verabredeten uns zum Essen. Es stand ja jetzt nichts mehr im Weg. Traurig war ich wegen meiner Trennung auch nicht wirklich, also wieso nicht? Vielleicht wurde es Zeit aus dem eigenen Beuteschema auszubrechen und etwas feurig-südländisches auszuprobieren …

Wir trafen uns mehrere Male. Mal zum Essen, mal auf ein paar Drinks – obwohl er kaum Alkohol trank – und mal kochte er … Die Zeit war ganz nett. Wir verstanden uns gut. Er war wie erwartet sehr temperamentvoll und spontan. Etwas Spontanität konnte mir wirklich nicht schaden. Aber irgendwie passte etwas nicht. Irgendwie sprang der Funke nicht über. Normalerweise passiert mir das bei den netten Männern. Den lieben Kerlen die man besten gleich heiraten sollte weil sie süß, fürsorglich und verlässlich sind. Bei denen die dich nie veraschen oder betrügen würden. So einer war er nicht. Er war ein erfolgreicher, gebildeter und attraktiver Mann, der sich seine Vorzüge vollkommen bewusst war und ab und zu auch das Arschloch raushängen ließ. Er war ein wenig Badboy und Player, ein wenig Macho und Alphatier. Genau die explosive Mischung auf die ich früher flog … Ärger vorprogrammiert.

Nur dieses Mal nicht. Dieses Mal drehte mein Herz keine Phiruetten und schlug keine Räder. Es war mir egal, wenn wir uns zwischendurch wochenlang nicht sahen. Es war mir recht dass wir nicht definieren was wir sind. Es war mir absolut recht dass er mich niemandem vorstellte …

Er fuhr für ein paar Wochen mit freunden auf Urlaub. Er meldete sich nicht und ich vergass ziemlich schnell seine Existenz. Eines Tages sass ich mit einer Freundin in unserem Lieblingspub im Alsergrund. Mein Handy machte wieder “Ping”, “Ping” und es erschien eine Nachricht von der braunen Ledertasche auf meinem Display.

“Bin heute im Volksgarten. Kommst du auch?” M.

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