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Manche Entscheidungen tun weh: über Liebe und Selbstliebe

Ich fange am Anfang an. Die Beziehungen in meinem Leben würde ich als ausgefallen bzw. zum Teil recht unkonventionell bezeichnen. (Auf der Suche nach dem Traumprinzen) Mit Männern die ein paar Jahre älter waren, mit Männern mit besonderen Jobs und Namen. Monogame, offene und einfach nur anstrengende Beziehungen. Beziehungen in denen sich alles um Ihn, einen Hund oder einen Job drehte. Beziehungen, die zum Teil direkt aufeinander folgten und zum Teil jahrelange Pausen dazwischen hatten. Eines hatten sie alle gemeinsam: so richtig angekommen war ich nie.

„Du musst erst dich lieben, bevor du einen anderen lieben kannst!“

Diesen Satz hatte ich gefühlt 1 Million Mal gehört. Verstanden hatte ich ihn in Wirklichkeit nicht. Ich war aber überzeugt, mich selbst zu lieben. Ich war stolz auf meinen Körper und ziemlich selbstbewusst und auch wenn es arrogant klingt, wusste ich, dass ich gut aussehe. Das war mein Verständnis von Selbstliebe. Und das war falsch.

Vor ein paar Jahren lief mir G über den Weg. Ein junger, lieber und total süßer Mann! Ich muss ehrlich gestehen, dass das woran ich damals ständig dachte, war: „Mach den ja nicht kaputt! Der ist noch richtig einer von den Guten!“. Unerwartet wurden wir ein Paar.

„Ich stehe ja nicht auf jüngere und schon gar nicht auf nette Männer!“ habe ich kurz davor noch in die Welt hinaus gerufen. Und bis dahin stimmte das auch. G belehrte mich eines Besseren. Was er ziemlich oft tat. Und leicht machte ich es ihm wirklich nicht … Aus einer voller Tatendrang strotzenden Sonia wurde eine deprimierte Freundin, er blieb. Aus einer glücklichen Frau wurde ein unglückliches und abweisendes Wesen, er blieb. Die Situationen überschlugen sich und aus Hilflosigkeit wurde Angst und ich versuchte ihn mit aller Kraft wegzustoßen, er blieb.

Die Situation entspannte sich wieder und ich konnte aufatmen. Aufatmen und erkennen, dass ich angekommen war. Ich hatte das erste Mal ein Netz, dass mich auffing, dem ich auch traute. Eine Person die da war und es nicht nur behauptete. Eine Person die mich wenigstens versuchte zu verstehen. Eine Person die mich versuchte zu akzeptieren, wie ich bin.

Die Zeit verging und ich entwickelte mich weiter. Viele werden jetzt vielleicht schmunzeln und sagen, ich bin halt erwachsen geworden. Das bin ich meiner Meinung nach nicht. Ich habe mich selbst neu kennenlernen dürfen. Ich habe selbst neu herausfinden dürfen, wie meine Ziele aussehen. G machte mir keinen Druck, höchstens machte er sich Sorgen. Voller Zuversicht und wissend, dass er da ist, entwickelten sich meine Wünsche, irgendwann holten sie mich ein und schlussendlich überholten sie mich und ich musste mich ihnen stellen.

Die Erkenntnis, dass ich mit dem Menschen, den ich unendlich liebte, nicht zusammen sein kann, war ein wirklich schlimmer Moment. Trotz allem war es die richtige Entscheidung. Auf unserem gemeinsamen Weg habe ich mich selbst gefunden, mir den Staub von der Kleidung geklopft, ein Lächeln aufgesetzt und bin einen neuen Weg losmarschiert. Diesen Weg wollte ich eigentlich nie gehen. Ich wusste damals aber auch nicht, was Liebe und Selbstliebe bewirken können.

Ich gehe alleine weiter. Wieso? Weil wir beide mehr verdient haben, als wir einander geben können bzw. uns voneinander gewünscht hätten. Ich habe noch nie jemandem so gewünscht, dass er glücklich wird wie G hier und heute.

Manchmal ist man alleine. Das Wichtige ist es aber nicht einsam zu sein!

In mir angekommen und mit mir glücklich bin ich in einer Lebensphase gestrandet, die ich gut finde. Viele von euch haben gefragt, was ich denn nun beruflich verändert habe? Ich habe die Selbständigkeit an den Nagel gehängt. Nach 10 Jahren war genug. Ich brauchte eine Herausforderung, etwas Neues, einen Bereich, indem ich lernen und wachsen kann. Wie das Schicksal so spielt, flatterte eines Tages ein Angebot ins Haus, das ich nicht erwartet hatte, aber auch nicht abschlagen konnte. Ich bin Marketingleiterin in einer Immobilien Investment Gruppe. Was an dem Job so toll ist? Die Kombination ständig neue Dinge kennenlernen zu dürfen, in meinem Bereich sehr kreativ und frei sein zu dürfen und ab und an mal auf einer Baustelle auf ein Dach klettern zu können 😉

Was passiert jetzt mit yellowgirl? Nichts wird sich verändern. Es hat sich ja auch seit letztem Frühling nichts verändert. Außer vielleicht, dass ich meine Beiträge viel früher vorbereite, da G sie nicht mehr Korrektur liest.

Wieso bin ich nun nicht einsam? Vielleicht hat es wirklich mit dem Alter zu tun, vielleicht aber auch mit allem, das da oben steht. Ich liebe mein Leben und mich und das ist genug. Und sollte der Märchenprinz auftauchen, dann wäre das ein schöner Zusatz aber nicht mehr so essenziell.


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3 comments

  • Sylvia

    9. Januar 2020 at 10:54

    Ein schöner Beitrag, er gibt Hoffnung und gleichzeitig verstömt er einen Hauch Melancholie. Dann schaue ich wieder auf das Fischgrätenparkett und bin direkt glücklich – manchmal ist es so einfach. 😉
    Ein großer Schritt und vor allem ein sehr ehrlicher! Viel Erfolg euch beiden!

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    • Sonia Maria K

      9. Januar 2020 at 11:22

      Dankeschön! Ich wünsche dir auch viel Erfolg! 😀

      Reply

  • Maxi

    3. Juni 2020 at 19:24

    Toller Blogbeitrag! Sehr schön geschrieben und auch mit einer Emotionalität, die fast jeder von uns kennt. Danke dafür! Ich bin zufällig auf diesen Blog gestoßen und denke, ich werde definitiv wiederkommen. Macht weiter so! 🙂

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